Was tun wenn der Arbeitgeber nicht zahlt?


Es kann immer wieder einmal passieren, dass der Arbeitgeber den Lohn nicht zahlt. Dafür kann es vielfältige Gründe geben. Grundsätzlich haben Sie als Arbeitnehmer ein Recht auf Ihre Vergütung und können diese notfalls einklagen. Bevor es dazu kommt, sollten Sie einige Dinge beachten.

Welche Ursachen kann es haben, wenn der Arbeitgeber den Lohn nicht zahlt?

Das muss nicht immer gleich bedeuten, dass das Unternehmen in Gefahr ist, die Insolvenz anmelden zu müssen. Manchmal kann auch ein Computerfehler oder Probleme bei der Lohnabrechnung die Ursache sein. Besonders kleine Unternehmen leben oft von der Hand in den Mund und haben kaum Reserven. Kommen keine Aufträge, kann oft kein oder nur verspätet Lohn gezahlt werden. Grundsätzlich spricht man von einem Ausfall der Vergütung, wenn der Lohn für den zweiten Monat in Folge nicht bezahlt wird.

Was können Sie tun, wenn der Lohn nicht auf dem Konto ist?

Zuerst sollten Sie das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen. In vielen Fällen sind die Ursachen für den Zahlungsausfall harmlos und erledigen sich von selbst. Sind Sie nicht in der Lage, das Problem bei einem persönlichen Gespräch zu klären, fordern sie den Arbeitgeber auf, bis zu einer von Ihnen festgesetzten Frist den Lohn zu zahlen. Diese Aufforderung sollten Sie schriftlich festhalten. Sollte der Arbeitgeber auch nach der festgelegten Frist nicht zahlen, haben Sie das Recht, die Arbeit zu verweigern. Dieses Recht heißt Zurückbehaltungsrecht. Außerdem haben Sie das Recht, vom Arbeitgeber Verzugszinsen vom Tag der Fälligkeit der Zahlung, in den meisten Fällen der Erste des Folgemonats, zu verlangen. Entstehen Ihnen finanzielle Schäden durch den Ausfall der Entgeltzahlung (Mahngebühren wegen nicht gezahlter Rechnungen und ähnliches) können Sie vom Arbeitgeber auch Schadenersatz verlangen. Wenn Sie durch den Ausfall der Entgeltzahlung finanzielle Probleme bekommen und Sie vermuten, dass der Arbeitgeber permanent oder über längere Zeit nicht zahlen kann, sollten Sie bei der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld beantragen. Es wird im Rahmen der „Gleichwohlgewährung“ gezahlt. Während der Ausübung Ihres Zurückbehaltungsrechts haben Sie weiterhin Anspruch auf Entlohnung.

Bewahren Sie einen kühlen Kopf

Natürlich ist es sehr ärgerlich, wenn Ihr Lohn oder Gehalt nicht auf dem Konto ist. Trotzdem sollten Sie sich nicht zu übereilten Aktionen hinreißen lassen. Es empfiehlt sich unbedingt, den Rat eines qualifizierten Anwalts in Anspruch zu nehmen. Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber gründlich vor und unterschreiben Sie nicht voreilig irgendwelche Schriftstücke. In Zeiten finanzieller Not versuchen beispielsweise manche Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter zum Unterschreiben einer Lohnverzichtserklärung zu bewegen. Bitten sie sich immer Bedenkzeit aus und lesen Sie alle Schriftstücke sorgfältig durch oder geben Sie sie einem Anwalt Ihres Vertrauens, bevor Sie sie unterzeichnen.

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